Änderungen MotoGP 2019

Am vergangenen Sonntag ging in Valencia ein langes und vor allem spektakuläres MotoGP-Jahr zu Ende. Wurde die abgelaufene Saison am Abend nach dem letzten Rennen mit den FIM-Awards noch groß gefeiert, beginnt traditionell am Dienstag danach mit den Tests bereits die Saison 2019. Und es wird sich so einiges ändern.

Nach neun Jahren Moto2-WM mit Honda Einheitsmotoren ist ab dem kommenden Jahr Triumph offizieller Motorenlieferant für die mittlere Klasse und wird der Moto2 – dem Dreizylinder aus der Triumph Street Triple sei Dank – einen völlig neuen Klang geben. Doch nicht nur das. Der 765 Kubikzentimeter große, um die 140 PS starke Triple soll auch in allen Drehzahlbereichen deutlich mehr Drehmoment als der alte Sechshunderter Vierzylinder haben.

Aber nicht nur motorseitig steht eine Revolution an. Auch Elektronik-seitig wird es grundlegende Änderungen geben. Nach dem die Moto2-Piloten in der Vergangenheit die Leistung nur mit Gefühl und der rechten Hand regeln konnten, werden ab 2019 auch in der MotoGP-Nachwuchsschmiede Traktionskontrolle und elektronisches Leistungsmanagement zulässig. Allerdings müssen hierfür alle Teams Einheitselektronik aus dem Hause Magneti Marelli nutzen.

Aber auch beim Ablauf der Grand Prix Wochenenden stehen Neuerungen an. Nachdem es in der Vergangenheit vor allem in der Moto3-Klasse Probleme mit langsamen und wartenden Piloten während des Qualifyings gab und sich der Ablauf mit zwei Qualifying-Sessions am Samstag in der MotoGP bewährt hat, hat die Grand Prix Kommission beschlossen, dieses System ab 2019 auch in der Moto2 und Moto3 zu etablieren.

Aufgrund des im Vergleich zur MotoGP größeren Fahrerfeldes werden in den beiden kleinen Klassen die vierzehn schnellsten Fahrer (12 in der MotoGP) aus den drei freien Trainings direkt in Q2 einziehen. Wie in der MotoGP werden die Qualifyings auch in den kleinen Klassen über zweimal 15 Minuten abgehalten. Einziger Unterschied: Während in der Königsklasse nur zwei Plätze für Q2 vergeben werden, steigen in Moto2 und Moto3 in Zukunft die jeweils vier schnellsten Fahrer ins Abschluss-Quali auf.

Aber auch bei Fahrern und Teams wird sich viel verändern. Welcher MotoGP-Pilot in Zukunft mit welchem Material fährt und wer den Grand Prix Zirkus komplett verlassen muss, erfahrt ihr in der Galerie:

Sorgenvolle Miene: Jorge Lorenzo wechselt von Ducati an die Seite von Marc Marquez bei Repsol Honda. Ob er da ein leichteres Leben haben wird als bei Ducati?

Gut Lachen hat dafür Pramac Ducati Pilot Danilo Petrucci. Er übernimmt Lorenzos Platz im Ducati Werksteam.

Auch Karel Abraham bleibt Ducati treu und wechselt vom Angel Nieto Team zu Avintia.

Scott Redding ergeht es nicht so gut. Sein Vertrag bei Aprilia wurde nicht verlängert und der Brite verlässt die MotoGP vorerst in Richtung Heimat und fährt 2019 in der British Superbike Championship BSB.

Trotz einer extrem starken Saison muss auch Alvaro Bautista in der MotoGP seinen Hut nehmen, bleibt aber weltmeisterlich – er wechselt in die Superbike-Weltmeisterschaft und ersetzt dort Marco Melandri bei Ducati.

Eine Legende tritt ab: Dani Pedrosa beendet seine MotoGP-Karriere und wird im kommenden Jahr bei KTM nur noch als Testfahrer aktiv sein.

Auch für Johan Zarco heißt das Ziel KTM, allerdings wird er Pol Espagaro im Team verstärken.

Alex Rins bleibt zwar bei Suzuki, wird dort aber der neue Nummer-Eins-Fahrer. An seiner Seite wird ab nächstem Jahr Moto2 Aufsteiger Joan Mir fahren.

Joan Mir steigt auf, für Tom Lüthi geht es in die entgegengesetzte Richtung. Der Schweizer, der in seiner MotoGP Saison leider punktlos blieb, wechselt zurück in die Moto2.

Anders sein Teamkollege Franco Morbidelli. Der Moto2-Weltmeister des Jahres 2017 wird die Nummer eins im neu geschaffenen Petronas Yamaha Team. Auch er bekommt mit Fabio Quartararo einen Moto2-Aufsteiger als Teamkollegen.

Jack Miller bleibt zwar Pramac Ducati, übernimmt 2019 aber das werksunterstützte Motorrad von Danilo Petrucci. Sein Teamkollege wird der neue Moto2-Weltmeister Francesco Bagnaia.

Andrea Iannone ist wohl der größte Verlierer des aktuellen Fahrerwechsel. Er muss seinen Platz als Nummer eins im Suzuki-Werksteam räumen und wird neben Aleix Espagaro nur die Nummer zwei bei Aprilia.

Bilder: Michelin Motorsport

 

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.