Triumphs Moto2-Motorrad – Das perfekte Renngerät?

Ab der Saison 2019 stellt Triumph die Triebwerke für die Moto2-WM und als Basis wird der 765 Kubikzentimeter-Drilling aus der aktuellen Triumph Street Triple RS dienen. Das Aggregat ist schon in der Straßenversion äußerst potent und hat sich mit seinen 123 PS Leistung (bei 11.700 U/min) und den 77 Nm Drehmoment bei 10.800 U/min sowohl auf Landstraße als auch auf der Rennstrecke als absoluter Freudenspender bewiesen.

Natürlich blieb der Drilling für seinen kommenden Einsatz in der Weltmeisterschaft nicht unangetastet und Triumph hat seit Beginn des Moto2-Projektes umfangreiche Tuningmaßnahmen umgesetzt. Hierzu zählen:

– modifizierter Zylinderkopf mit überarbeiteten Ein- und Auslasskanälen für optimales Strömungsverhalten

– Titanventile und härtere Ventilfedern, angepasst an das erhöhte Drehzahlniveau

– „Low output“ Rennlichtmaschine mit geringerer Masse

– verlängerte Übersetzung des ersten Gangs

– speziell für den Rennbetrieb entwickelte Anti-Hopping-Kupplung (einstellbar)

– spezielles Racing-Motorsteuergerät, entwickelt von Magneti Marelli

– überarbeitete Motor-Seitendeckel für geringere Baubreite

– geänderte Ölwanne, die eine optimierte Führung der Auspuffkrümmer ermöglicht

Schaut man sich die Bilder des Entwicklungsmotorrades mit dem Original-Rahmen von Triumph an, so wird schnell klar, dass die Ingenieur aus Hinckley nicht nur ein Top-Rennaggregat herangezüchtet haben, sondern das Gesamtpaket auch einen piekfeinen Supersportler abgibt.

Nur was für feuchte Träume? Ein Einsteiger-Rennstrecken-Motorrad auf Basis des Moto2-Projekt-Bikes von Triumph würde sicher nicht nur dem Autor gefallen.

Aktuell gibt es zwar weder Gerüchte über eine Auferstehung der Daytona-Baureihe, noch gibt es Informationen, dass Triumph die geleistete Entwicklungsarbeit nutzt und eine käufliche Version des Rennmotorrads anbieten will, ganz unwahrscheinlich scheint die Sache aber nicht. Ein Markt ist auf jeden Fall vorhanden. Im Sechshunderter-Segment kommen keinen neuen Modelle nach und die Motorräder,  die aktuell auf den Rennstrecken dieser Welt unterwegs sind, sollten in absehbarer Zeit schon aufgrund von Altersschwäche deutlich weniger werden. Auf der anderen Seite gibt es zwar die aktuellen Superbikes, die durch die immer bessere Elektronik immer einfacher zu fahren sind. Gerade für Rennstrecken-Einsteiger bedeutet die immense Leistung aber häufig Stress. Oft sogar mehr Stress als Spaß.

Das Interesse an einem leichten  Rennmotorrad mit knapp 800 Kubik, 125-140 PS und um die 80 Newtonmeter Drehmoment sollte als vorhanden sein.  Doch die mögliche Triumph-Option hätte nicht nur etwas mehr Dampf als die aktuellen Sechshunderter. Wählt man die aktuelle Street Triple RS-Konfiguration als Basis, wäre sogar schon ein brauchbares und abschaltbares Elektronik-Paket an Bord. Nach dem Baukasten-Prinzip ließe sich das Paket dann – je nach Fahrer und Geldbeutel – weiter professionalisieren und veredeln. Zu schön, um wahr zu sein?!

Das Moto2-Projekt

Nun aber erstmal Moto2. Hier liegt die britische Traditionsmarke nach eigenen Angaben gut im Zeitplan, der mit dem Promoter Dorna und den Teams vereinbart worden war und Trevor Morris, Technische Direktor der Firma ExternPro, die für Aufbau und Wartung der Moto2™-Motoren zuständig ist, zeigte sich nach den letzten Test mit  Magneti Marelli sowie den wichtigsten Chassisherstellern (Kalex, KTM und NTS) sehr zufrieden:

„Bei dieser Session konnten zum ersten Mal alle Teile des neuen Pakets zusammen getestet werden, und die Ergebnisse waren extrem positiv. Das zeigt uns schon jetzt, dass es eine wirklich große Veränderung geben wird. Genau das war unser Ziel.“

Strahlende Aussichten: Das Moto2-Projekt von Triumph ist voll im Zeitplan.

 

Und auch Steve Sargent, Chief Product Officer von TRIUMPH, findet nur positive Worte:

„Wir sind mit dem Entwicklungsfortschritt bis jetzt äußerst zufrieden. Außerdem beeindruckt uns sehr, mit welchem Engagement die Fahrwerkhersteller und Fahrer sowie die Techniker von ExternPro und Magneti Marelli als auch die Dorna ans Werk gehen, um eine neue Generation von Moto2™-Motorrädern zu entwickeln. Die ECU gibt den Teams sehr viel Spielraum bei der Abstimmung von Zündung, Einspritzung, Motorbremse, Gasgriffmappings, der Einstellung des Quickshifters sowie des Pit Lane Limiters. Nächstes Jahr werden wir mit der Moto2™ daher viel näher an der Technik der MotoGP™ sein als je zuvor. Diese Klasse wird daher noch interessanter werden – mit aufregenden Rennen und einem intensiveren Wettbewerb zwischen den Technikern der Teams, um das leistungsstärkste Package zu bekommen.“

Organspenderin: Die straßenzugelassene Street Triple RS ist die Basis für das Entwicklungs-Motorrad des Triumph Moto2-Projektes.

Die Nähe zum Straßenmotorrad sieht man sowohl an Armaturen und Rahmen…

… als auch an der Schwinge.

Mit der offenen Arrows-Auspuffanlage sollte man sich lieber nicht in der Nähe eines Phon-Messgerätes blicken lassen.

 

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