Lederhaut für Asphaltkrieger

Fährt man sportlich Motorrad und ist man mit dem Mopped auch ab und an auf der Rennstrecke unterwegs, kommt man über kurz oder lang nicht an einer einteiligen Lederkombi vorbei. Der fehlende Verbindungsreißverschluss und die in der Regel bessere Passform erhöhen nicht nur die Sicherheit, man sieht in einem echten Rennleder auch noch cooler aus.

Der italienische Bekleidungshersteller SPIDI hat mit dem Race Warrior seit diesem Jahr einen neuen Einteiler der Mittelklasse im Angebot, der nicht nur durch seinen martialischen Namen auffällt, sondern auch mit seinem etwas unkonventionellen Design ins Auge sticht. Wir haben die neue Pelle ausprobiert.

SPIDIs neue Mittelklasse „Race Warrior“ kommt mit tailliertem Schnitt und asymmetrischen Design daher.

Die gute Nachricht vorne weg: Der Race Warrior leistet sich keine Schwächen. Schon beim Auspacken vermittelt die Kombi einen tollen Ersteindruck. Die Verarbeitung ist sehr gut, das Leder ist weich und glänzt leicht, was der Kombi einen sehr wertigen Eindruck verleiht. Dieser setzt sich bei der ersten Anprobe fort. Wie in einem eng geschnitten Einteiler üblich, ist der Einstieg nicht ganz einfach, dafür entschädigt die Kombi dann aber durch eine sehr gute Passform.

Das herausnehmbare Innenfutter, die Bündchen und auch der Kragen mit dem Neopreneinsatz sind sehr bequem und sorgen so für einen hohen Tragekomfort. Pluspunkt hier: Der Halsausschnitt fällt fast V-artiges aus, wodurch sich der Kombi trotz des überraschend breiten Kragens im Halsbereich sehr angenehm trägt.

Wie eine zweite Haut  

Generell fiel die Passform des Race Warrior sehr positiv auf, da der Kombi an einem Durchschnittstypen wie mir (81 Kilo, 1,81 m groß) sitzt, wie die sprichwörtliche zweite Haut. Die Race Warrior ist sportlich straff geschnitten, fällt aber zugleich angenehm bequem aus. Alles sitzt da, wo es hingehört, nichts zwickt oder verrutscht. Das liegt zum einen am taillierten Schnitt der Kombi, zum anderen an den großen Leder-Stretch-Bereichen, die von den Schultern über den Rücken zur Hüfte verlaufen. An Brust und Armen wird das Ganze noch durch Einsätze aus elastischem Nylon ergänzt. Einzig die Oberschenkelweite fällt aus dem Rahmen. Hier haben die Italiener wohl an einem Modell vom Typ Gewichtheber oder Rennradprofi Maß genommen, denn die Oberschenkel sind überraschend weit geraten. Apropos: Während die Größen bei Spidi in der Vergangenheit eher mitteleuropäisch ausgefallen sind, herrschen jetzt italienische Verhältnisse. Bei der Anprobe sollte man also eher zur nächst größeren Konfektionsgröße als gewohnt greifen.

Ansonsten haben die Designer aber ganze Arbeit geleistet. Die Kombi wirkt mit den großen Lederelementen klassisch, dank des asymmetrischen Designs, den Warrior-Tech Schulterkappen und dem zweigeteilten Höcker mit dem T-förmigen Mittelteil hebt sie sich aber trotzdem deutlich vom Einheitsbrei ab. Wenn jetzt noch das Leder auf der Oberseite des Höckers hundertprozentig straff sitzen würde, gäbe es vom Autor für die Optik volle Punktzahl.

Namensgebend: Die „Warrior-Kappen“ an den Schultern verleihen der Kombi nicht nur ein martialisches Aussehen, sondern verhalfen der Kombi auch zur Modellbezeichnung „Race Warrior“.

Ausstattung und Zubehör

Auch bei der Ausstattung braucht sich die Kombi nicht zu verstecken. Die CE-zertifizierten Protektoren an Ellenbogen, Hüfte und Schultern fallen großflächig aus, der Höcker kann mit einem Trinksystem versehen werden und für ganz schnelle beziehungsweise schräge Typen sind optional Ellenbogenschleifer erhältlich. Zusätzlich gibt es Vorrichtungen für einen zusätzlichen Brust- und Rückenprotektor. Die mitgelieferten Knieschleifer fallen unglücklicherweise sehr klein aus und wirken an den riesigen Klettflächen leider irgendwie verloren. Etwas unterdimensioniert ist auch die Perforation an Beinen und Oberkörper. Das fällt vor allem im Brustbereich auf. Nicht nur, dass die perforierte Fläche hier recht klein ist (max. DIN-A4 Blatt-Größe), auch die Löcher der Perforation selbst könnten größer ausfallen.

Top der Flop?!

Dank der guten Verarbeitung und des tollen Leders wusste die Spidi Race Warrior schon beim Auspacken zu gefallen und auch bei der Anprobe sowie beim Einsatz auf Straße und Rennstrecke setzte sich der sehr positive Gesamteindruck fort. Für knapp 1.000 Euro bietet die Kombi nicht nur ein umfangreiches Protektoren-Paket und eine tolle Passform, sondern durch das gute Leder und die großen Stretch-Einsätze ab dem ersten Einsatz auch das so wichtige komfortable Tragegefühl. Wertet man die Kombi noch mit dem zusätzlich erhältlichen Brustprotektor (49,90 €) und Ellenbogenschleifer (39,90 €) auf, hat man für knapp 1100 Euro einen Einteiler, der in allen Lebenslagen voll überzeugt. Und wem eine einteilige Lederkombi doch zu unflexibel sein sollte: die Race Warrior gibt es auch als Zweiteiler.

 

Modell: SPIDI Race Warrior

Verfügbare Farben:

  • schwarz/weiß
  • schwarz/weiß/rot
  • schwarz/weiß/grün
  • schwarz/weiß/gelb
  • schwarz/weiß/rot/blau

Verfügbare Größe:

46-58

Material:

  • Rindleder (1,1 – 1,3 mm dick)
  • Flex Tenax Nylon 6.6

Ausstattung/Zubehör:

  • Warrior Schulterkappen
  • Höcker
  • Knieschleifer
  • Perforation
  • Hydroback Trinksystem (optional)
  • Ellenbogenschleifer (Optional);

Preis: 999,90 €

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