Aufwärmrunde

Friedrichshafen – Am letzten Januarwochenende fand in der Neuen Messe Friedrichshafen zum 8. Mal die Motorradwelt Bodensee statt. In insgesamt 9 Hallen konnten die Besucher die aktuellen Trends und technischen Neuheiten rund um das Thema Motorrad bestaunen.
Dabei wurde den über 34.000 Besuchern auch richtig was geboten. Von Aprilia bis Victory Motorcycles waren alle großen Hersteller vertreten und präsentierten den Zweiradenthusiasten ihre Modelle für die Saison 2012.
Eines der meistumschwärmten Ausstellungsstücke war mit Sicherheit die brandneue Ducati 1199 Panigale. Das Supersport-Flaggschiff der Zweiradschmiede aus Bologna überzeugt dabei nicht nur mit faszinierenden technischen Details, wie dem erstmals in einem Serienmotorrad verbauten elektronischen Fahrwerk, sondern vor allem durch seine berauschenden Formen und die piekfeine Verarbeitung.

Publikumsmagnet - Ducati Panigale 1199 S

Doch nicht nur der sportlich ambitionierte Motorradfan kam in Friedrichshafen auf seine Kosten. Beim Gang durch die Messehallen wurde schnell deutlich, dass Motorradfahren schon lange keine Hobby mehr ist, mit dem sich ein paar Chopper fahrende Rebellen versuchen von der breiten Masse ab zu setzen, sondern quer durch alle Alters – und Gehaltsgruppen und unabhängig von gesellschaftlichem Stand und Geschlecht enormen Zuspruch findet.
Die Freizeitindustrie hat diese Entwicklung natürlich längst erkannt und so war fast eine ganze Halle dem Thema Lifestyle und Reise auf zwei Rädern gewidmet. Egal, ob das familienfreundliche Zweiradhotel in der Schweiz, oder der Tourismusexperte für Motorradtouren durch die USA, für jeden Geschmack, jedes Alter und jeden Geldbeutel wurde das passende geboten.
Und noch eine weitere Veränderung ist dem Trend hin zur familientauglichen Motorradmesse geschuldet. Heute kann man niemanden mehr auf Veranstaltungen locken, auf denen man als Besucher nicht auch selbst aktiv werden kann.

Und so bot das Rahmen- und Unterhaltungsprogramm neben actiongeladenen Supermoto-Rennen, Trial- und Stunt-Shows auch Möglichkeit selbst zu Lenker zu greifen. Egal ob Groß oder Klein, wer sich traute, konnte sich auf den  Quad-  und Trialparcours, beim Schräglagentraining, auf dem Wheeliesimulator oder beim Geschicklichkeitsfahrten eine Schuss Adrenalin für den wintermüden Körper gönnen. Man konnte aber auch einfach ganz entspannt die neuen Modelle, direkt vor Ort, in der warmen Messehalle testen. Es wurde also sprichwörtlich jedem etwas geboten.

Neue Technik selbst "erfahren" - der E-Bike-Parcours

Abgerundet wurde das tolle Gesamtkonzept durch die moderaten Preise. 9,50 Euro für eine Tageskarte (Familien, Schüler, Rentner, etc. kamen natürlich vergünstigt rein) und 4 Euro Parkgebühr gehen für eine Messe, mit einem so unfassenden Programm, vollkommen in Ordnung.

Einen kleinen Wermutstropfen gab es dann aber doch. Ein geballter Aufmarsch der „Black Jackets“ machte am Samstagnachmittag den Einsatz von Polizeikräften nötig.

Da die „HellsAngels“ einen Stand in Halle B3 als zentralen Anlaufpunkt ausgewählt hatten und daher über das gesamte Wochenende ständig auf der Messe vertreten waren, wurde eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei angefordert, die durch ihre Präsenz ein gewaltsames Aufeinandertreffen der beiden Gruppierungen verhindern sollte. Die Deeskalationspolitik der Polizei zeigt zwar Wirkung, dennoch herrschte ein spürbar angespannte Atmosphäre, was eine Vielzahl der Besucher zum Verlassen der Messe bewegte.
Um ähnliche Situationen in Zukunft zu vermeiden, sollte für kommende Veranstaltungen eventuell ein generelles Kutten-Verbot in Betracht gezogen werden.
Alles in allem war die Motorradwelt Bodensee aber eine großartige Veranstaltung und ist auf jeden Fall schon jetzt einen Tipp für das nächste Jahr.

Von Michael Praschak
(www.asphalt-süchtig.de)

2 Kommentare

  1. Und wir waren auch dabei! 🙁

    1. Uns schreib ich nen eigenen Artikel 😉

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