{"id":501,"date":"2011-07-18T16:43:54","date_gmt":"2011-07-18T15:43:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.xn--asphalt-schtig-osb.de\/blog\/wordpress\/?p=501"},"modified":"2011-07-18T17:28:01","modified_gmt":"2011-07-18T16:28:01","slug":"breitensport","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.xn--asphalt-schtig-osb.de\/blog\/wordpress\/breitensport\/","title":{"rendered":"Breitensport!?"},"content":{"rendered":"<p><strong> <\/strong>Als ich heute Morgen den Sportteil der Bild-Zeitung aufschlug, dachte ich, meinen noch m\u00fcden Augen spielen mir einen Streich: Prangte da doch tats\u00e4chlich eine Gro\u00dfaufnahme der Viessmann-Kiefer-Racing Kalex von Stefan Bradl. Und das \u00fcber eine fast rekordverd\u00e4chtig halbe Seite! Ich kann mich wirklich nicht entsinnen, wann der zweite Platz eines deutschen Motorradrennsportlers, Deutschlands Zeitung Nummer Eins das letzte Mal eine solche Schlagzeile wert war. Sollte der Motorradrennsport, nach Jahren des Schattendaseins ohne\u00a0 deutschen Erfolgsfahrer, doch noch in den Fokus der breiten \u00d6ffentlichkeit r\u00fccken?<\/p>\n<div id=\"attachment_503\" style=\"width: 224px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.xn--asphalt-schtig-osb.de\/blog\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bradl1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-503\" class=\"size-medium wp-image-503\" title=\"Bradl1\" src=\"http:\/\/www.xn--asphalt-schtig-osb.de\/blog\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bradl1-224x300.jpg\" alt=\"\" width=\"224\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.xn--asphalt-schtig-osb.de\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bradl1-224x300.jpg 224w, https:\/\/www.xn--asphalt-schtig-osb.de\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bradl1-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.xn--asphalt-schtig-osb.de\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bradl1.jpg 852w\" sizes=\"auto, (max-width: 224px) 100vw, 224px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-503\" class=\"wp-caption-text\">Stein des Ansto\u00dfes - Stefan Bradl in der &quot;Bild&quot;<\/p><\/div>\n<p>H\u00e4tte man am Wochenende einen der Besucher des MotoGP-Laufs auf dem Sachsenring gefragt, so w\u00e4re die Antwort sicher ein eindeutiges \u201eJa\u201c gewesen. Denn ebenfalls rekordverd\u00e4chtig waren wohl auch in diesem Jahr wieder die Zuschauerzahlen im deutschen Mekka des GrandPrix-Rennsport.<\/p>\n<p>Mit gut 103.000 Besuchern am Rennsonntag und \u00fcber 230.000 im Verlauf des gesamten Wochenendes, geh\u00f6rt die Veranstaltung im s\u00e4chsischen Hohenstein-Ernsthal zu den am besten besuchten im gesamten GrandPrix-Kalender.<\/p>\n<p>Da fragt man sich doch als Au\u00dfenstehender, weshalb sich die Dorna so schwer damit tut, eine Einigung mit den \u00f6rtlichen Promotern zu finden und der Termin f\u00fcr den Deutschland-GP 2012 immer noch auf wackeligen Beinen steht\u2026<\/p>\n<p>Aber es waren nicht nur die Zuschauerzahlen, die die Veranstaltung absolut bemerkenswert machten. Ganz nebenbei wurde n\u00e4mlich auch erstklassiger Motorsport geliefert. Und das klassen\u00fcbergreifend.<\/p>\n<p>Das die 125er Klasse mit spannenden und vor allem abwechslungsreichen Rennen punkten kann, ist dem versierten GP-Fan l\u00e4ngst bekannt. Auch wenn unsere deutschen Vorzeigepiloten Jonas Folger und Sandro Cortese mit den Pl\u00e4tzen sieben und acht etwas hinter den eigenen Erwartungen zur\u00fcckblieben, boten die 125er Piloten Spannung und Dramatik bis \u00fcber das eigentliche Rennende hinaus. War das Rennen \u00fcber viele Runden ein mehr als ansehnlicher Dreikampf zwischen Maverick Vinales (Esp), Hector Faubel (Esp) und Johann Zarco (Fr), fiel die endg\u00fcltige Endscheidung erst im Parc ferm\u00e9. Lag Johann Zarco noch fast die gesamte letzte Runde in F\u00fchrung, startete Faubel in der letzten Kurve eine finale Attacke und schaffte es, am Zielstrich mit dem Franzosen gleichauf zu liegen. Der bis zur Zielflagge f\u00fchrende Johann Zarco w\u00e4hnte sich als Sieger und parkte seine Derbi im Parc ferm\u00e9 auch auf Platz eins. Jedoch waren beide so nah bei einander, dass auch eine Videoanalyse keinen Aufschluss brachte. Nicht eine Tausendstel trennte die beiden. Um einen Sieger zu k\u00fcren, musste die Rennkommission auf die schnellste Rennrunde zur\u00fcckgreifen. Die hatte aber Hector Faubel in den s\u00e4chsischen Asphalt gebrannt. Tragisch: Bereits zum zweiten Mal musste Johann Zarco bei schon abgestellten Motor den sicher geglaubten ersten Platz wieder abgeben.<\/p>\n<p>Etwas eindeutiger, aber nicht minder spannend, ging der Lauf der Moto2 zu Ende. Inzwischen zum heimlichen Hauptrennen des MotoGP-Wochenendes avanciert, gab es auch hier wieder spannende Duelle und unz\u00e4hlige \u00dcberholman\u00f6ver. Konnte sich Stefan Bradl \u00fcber weite Teile des Rennens auf Platz eins und damit aus dem Positionsgerangel heraus halten, balgten sich Tom L\u00fcthi, Alex deAngelis und Marc Marquez lange Zeit spektakul\u00e4r um Rang zwei. Erst kurz vor Schluss konnte sich Marquez durchsetzen, auf Grund eines nachlassenden Hinterreifens an Bradls Kalex die F\u00fchrung \u00fcbernehmen und den Sieg vor dem deutschen WM-F\u00fchrenden nachhause chauffieren.<\/p>\n<p>Das sprichw\u00f6rtliche T\u00fcpfelchen auf dem i war dann doch tats\u00e4chlich das MotoGP Rennen. Erfreulicherweise kam es diesmal nicht zum Alleingang eines Casey Stoner, sondern einem ansehnlichen Schlagabtausch zwischen eben jenem, Jorge Lorenzo und dem noch immer rekonvaleszenten Daniel Pedrosa. Trotz seines Handicaps bewies der kleine Mann den l\u00e4ngsten Atem und fuhr nach 29 Runden als erster \u00fcber den Zielstrich. Doch der Kampf an der Spitze war nicht das einzige Highlight. Vielmehr bestand das Rennen aus kleinen Einzelrennen, bei denen jedes f\u00fcr sich absolut sehenswert war. Ob es der erfolgreiche Kampf eines (fast) wieder genesenen Alvaro Bautista gegen die Ducati Werkspiloten Valentino Rossi und Nicky Hayden war oder die mehr als beachtliche Aufholjagd von Hector Barbera, der am Sachsenring die mit Abstand schnellste Ducati pilotierte, im gesamten Feld wurde ordentliche Renn-Action geboten.<\/p>\n<p>Was an dieser Stelle nicht unerw\u00e4hnt bleiben darf, ist, dass die Zuschauer auf den R\u00e4ngen und vor den Fernsehern nicht nur ein bis zum Ende interessantes Rennen zu sehen bekamen, sondern auch eines, bei dem ausnahmsweise alle Fahrer ins Ziel gekommen sind. Bei nur siebzehn startenden Piloten eine Wohltat.<\/p>\n<p>Apropos Zuschauer am Fernseher. Um den Motorradrennsport auch der breiten Masse schmackhaft zu machen, bedarf es nat\u00fcrlich einer entsprechenden Medienpr\u00e4senz. Und da ist die eingangs erw\u00e4hnte Bild-Zeitung ein dankbares Mittel. Viel wichtiger noch ist aber die zugeh\u00f6rige TV-\u00dcbertragung. In diesem Zusammenhang m\u00f6chte ich an dieser Stelle auch mal ein lobendes Wort \u00fcber die viel gescholtene Sport1-Berichterstattung verlieren.<\/p>\n<p>Wir alle wissen, dass die L\u00e4nge der Renn\u00fcbertragungen in der Anfangszeit sehr zu w\u00fcnschen \u00fcbrig lie\u00df und auch die Informationsqualit\u00e4t eher als mager zu bezeichnen war. Allerdings haben sich die Mannen um Eddi Mielke und Alex Hofmann bemerkenswert gemausert. Vor allem letztgenannter \u00fcberzeugt nicht nur mit fachlicher Kompetenz, sondern hat inzwischen auch seine anf\u00e4ngliche Nervosit\u00e4t abgelegt und ist zu einem hervorragenden Motorsport-Entertainer herangereift. Ingesamt scheint es so, als sei das Sport1-Team in den MotoGP-Zirkus hineingewachsen und findet inzwischen wohl bei allen Teams und Beteiligten die n\u00f6tige Akzeptanz.<\/p>\n<p>M\u00f6gen einzelne Beitr\u00e4ge doch noch sehr nach quotengeilem Privatfernsehen riechen (ich sage nur \u201eLorenzo \u2013 Das Biest!\u201c), ist das Gesamtpaket doch inzwischen durchaus sehenswert.<\/p>\n<p>Bleibt nur zu hoffen, dass sich die momentane Entwicklung auch nach dem Start der Bundesliga genauso positiv fortsetzt und die kostbare MotoGP-Sendezeit nicht wieder K\u00f6nig Fu\u00dfball geopfert wird. Dem deutschen Motorsport w\u00fcrde es sicher gut tun.<\/p>\n<p>In diesem Sinne \u2013 Es lebe der Sport!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich heute Morgen den Sportteil der Bild-Zeitung aufschlug, dachte ich, meinen noch m\u00fcden Augen spielen mir einen Streich: Prangte da doch tats\u00e4chlich eine Gro\u00dfaufnahme der Viessmann-Kiefer-Racing Kalex von Stefan Bradl. 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