Straßenkämpfer

Jeder von uns hat einen Traum. Doch während sich die große Mehrheit eher nach profanen Dingen wie einer Villa im Grünen oder der Luxuskarosse in der Garage sehnt, weichen die Wunschvorstellungen für uns Motorsportinfizierten in aller Regel weit von der Norm ab. Wir verzichten freiwillig auf Komfort und Sicherheit und ziehen Risikosportarten auf der Rennstrecke und das gemeinsame Grillen im Fahrerlager allem anderen vor. Verrückt. Noch verrückter wird es, wenn man nicht nur Motorradrennen sondern Road Racing im Kopf hat und der Traum zum absoluten Lebensinhalt wird.

Mit der International Road Racing Championship (IRRC) ist in den vergangenen Jahren im Schatten der großen deutschen Rennserien eine Meisterschaft herangewachsen, die zum Sprungbrett für die legendären Road Racing Events wie der Tourist Trophy auf der Isle of Man oder dem Macau Grand Prix geworden ist. Und die IRRC boomt. 2016 hatten sich insgesamt sechzig Fahrer aus elf verschiedenen Nationen eingeschrieben, um auf 6 Straßenkursen in Belgien, Deutschland, Finnland, Holland und Tschechien an den Start zu gehen. Doch was macht Road Racing so besonders, dass die Teilnehmer teils weit über tausend Kilometer durch halb Europa fahren, um sprichwörtlich Kopf und Kragen zu riskieren? Um diese Frage zu beantworten, begleiteten wir mit Christian „Schmiddel“ Schmitz einen der Jungspunde der IRRC zu den Rennen, um die außergewöhnliche Atmosphäre beim Road Racing sowie Freud und Leid hautnah mitzuerleben.

Die IRRC lockt auch die ganz Großen: Neben Michael Dunlop startete auch Road Racing Legende und Mr. Macau Michael Rutter bereits zwei Mal beim Rennen in Frohburg.

Die IRRC lockt auch die ganz Großen: Neben Michael Dunlop startete auch Road Racing Legende und Mr. Macau Michael Rutter bereits zwei Mal beim Rennen in Frohburg.

Hochgradig ansteckend

Christian infizierte sich bereits früh mit dem Road Racing Virus und wie so oft kam der Überträger aus der eigenen Familie. Schon sein Vater Marcus war motorradverrückt, nahm seinen Sprössling im Alter von 6 Jahren mit zum Fischereihafen-Rennen in Bremerhaven und besiegelte damit die Zukunft des Juniors. Nach 10 Jahren als Zaungast wechselte Schmiddel 2012 dann von der Tribüne in die Startaufstellung und den Sattel einer 125er Aprilia. Drei Jahre Zweitakt-Rennen und einige Podiumsplatzierungen später fiel dann nach seinem ersten Start in Frohburg 2014 die Entscheidung, die Zweitakt-Aprilia gegen eine R6 zu tauschen und zu den großen Jungs in die IRRC zu wechseln. Doch nach ersten Achtungserfolgen in der Saison 2015 wäre die Racing-Karriere schon schon fast zu Ende gewesen, bevor sie überhaupt richtig begonnen hatte.

Nachdem der Einundzwanzigjährige IRRC-Neuling gleich am zweiten Wochenende mit einem neunten Platz auf sich aufmerksam machte, war es zur Saisonmitte mangelnde Aufmerksamkeit, die ihm zum Verhängnis wurde. Im tschechischen Hořice überschätzte sich Gaststarter Michal Vecko schon in der Besichtigungsrunde so sehr, dass er beim Auflaufen auf das Fahrerfeld stürzte und Christian dabei mit ins Verderben riss. Resultat: 4 gebrochenen Wirbel, Schien- und Wadenbein zertrümmert, Fußgelenk gebrochen und das vorzeitige Saisonende. Die gebrochenen Knochen, vor allem die im Fuß, wollten zwar lange nicht so recht heilen, das war für den jungen Wuppertaler aber nicht das größte Problem.

Christian Schmitz Stand 4 Wochen nach seinem schweren Unfall beim Saisonfinale in Frohburg schon wieder in der Startaufstellung, allerdings nicht auf zwei, sondern auf 4 Rädern im Rollstuhl.

Christian Schmitz Stand 4 Wochen nach seinem schweren Unfall beim Saisonfinale in Frohburg schon wieder in der Startaufstellung, allerdings nicht auf zwei, sondern auf 4 Rädern im Rollstuhl.

 

Viel schwerwiegender waren die Folgen fürs Material und die erste Bestandsaufnahme an der R6 war ernüchternd. Gabel krumm, Rahmen krumm, Schwinge krumm. Von den Anbauteilen ganz zu schweigen. Konnte sich Schmiddel den Low-Budget-Rennsport mit der Zweieinhalber noch irgendwie vom Munde absparen, waren die kapitalen Schäden an der Yam zu viel für das schmale Gehalt eines Werkzeugmechanikers im ersten Jahr nach der Lehre. Zwar hatte sich Christian aufgrund der guten Ersatzteilversorgung bewusst für die R6 und gegen seine eigentliche Präferenz, Triumphs 675er Daytona, entschieden, bei einem so großen Schaden half aber auch die Flut günstiger Yamaha-Teile nicht mehr.  Doch manchmal kommt in der dunkelsten Stunde tatsächlich irgendwo ein Lichtlein her: In diesem Fall waren es mit Thilo Günther und Didier Grams eher zwei Lichtgestalten der deutschen Road Racing Szene, die bei einem interessierten Sponsor ein gutes Wort einlegten und so Eric Bergholz und den noch invaliden Christian Schmitz zusammenführten. Das Team LaserScanning Europe war geboren.

ROOKIE 2.0

Dank eisernem Willen, intensiver Physiotherapie und neuem Sponsor waren Mann und Maschine bis zum Saisonstart Anfang Mai im holländischen Hengelo tatsächlich wieder einigermaßen fit, das erste Rennwochenende verlief dann aber dennoch alles andere als geschmeidig. Der beim Unfall zertrümmerte linke Fuß war zwar inzwischen soweit abgeschwollen, dass er wieder einigermaßen in den Stiefel passte, Schmiddel kämpfte aber dennoch mit den Folgen des Crashs aus dem Vorjahr. Es war aber nicht, wie vor dem Wochenende noch befürchtet, das Sprunggelenk, das Sorgen bereitete, sondern der rechte Unterarm, der anschwoll und mit Arm-Pump auf die Belastung und das fehlende Training reagierte. Doch es kam noch dicker. Das erste Saisonrennen war gerade einmal 300 Meter alt, als der Rookie 2.0 unsanft in die Wiese geschickt wurde und unverschuldet zu Sturz kam.

Faszinitiert auch die Kleinen: Um Nachwuchs scheint man sich im Road Racing kaum sorgen zu müssen.

Faszinitiert auch die Kleinen: Um Nachwuchs scheint man sich im Road Racing kaum sorgen zu müssen.

Die Reparatur verlief dann zwar noch ruhig, als Christian im zweiten Rennen und in den Punkten liegend dann mit überhitzendem Motor aufgeben musste, kochte neben der R6 auch der Pilot in der Boxengasse über. Personenschäden war glücklicherweise keine zu beklagen, Handschuhe und Boxentafel kamen aber nicht so glimpflich davon. Nach einem dreiviertel Jahr voller Schmerzen und Entbehrungen bot der Ausraster dem Publikum auf den voll besetzten Tribünen aber nicht nur etwas zusätzliche Action, sondern war auch mehr als verständlich.

Racing als Lebensinhalt

Aber nicht nur die Wochenenden selbst kosten Nerven und erfordern Zugeständnisse. Vor allem dann, wenn man den Spaß vom spärlichen Gesellengehalt finanziert und vieles selbst baut. Für Schmiddel bedeutet das, jeden Tag nach der Arbeit noch 3-4 Stunden in die Werkstatt, Fehlersuche, Mopped für das kommenden Rennwochenende vorbereiten, Feinschliff. Um die Kosten für das Drumherum so niedrig wie möglich zu halten, sind Boxentafel, Boxenwagen sowie diverse Halterungen und Kleinteile fürs Motorrad Eigenanfertigungen. Auch der VW-Bus wurde in der heimischen Garage zum Renntransporter ausgebaut. Das spart zwar auf der eine Seite Geld, geht auf der anderen aber auf Kosten des Privatlebens. Frauen machen das in der Regel nicht lange mit. Als Rennfahrer muss man Prioritäten setzen.

Dass trotz der Mühe und tagelangen Vorbereitung manchmal alles danebengeht, musste Schmiddel dann erneut schmerzhaft am zweiten Rennwochenende im holländischen Oss erfahren. Im Vorjahr konnte er hier eines der besten Saisonergebnisse einfahren, für 2016 waren die Aussichten aber schon vor der Anreise nicht besonders rosig. Ein Defekt am Renntransporter schlug ein riesiges Loch ins Kontor und um überhaupt starten zu können, musste die Ersatzauspuffanlage den Besitzer wechseln. Das sollte sich noch böse rächen. Schmiddel konnte im ersten Lauf zwar nicht in die Punkte fahren, nach einer Durststrecke von 10 Monaten endlich wieder ein Rennen beenden zu können, ließ den Renngott aber versöhnlich erscheinen. Doch der hatte ganz andere Pläne. Noch in der Auslaufrunde quittierte das Zwischengasmodul an Schmiddels R6 den Dienst, schickte im Ableben einen letzten Gasstoß ans Hinterrad und Christian per Highsider zu Boden. Gabel verzogen, Krümmer kaputt, wieder null Punkte. Und für die kommenden Wochen standen erneut Schrauben und jede Menge Nachtschichten auf dem Programm.

Schrauben unter Camping Bedingungen ist beim Road Racing normal, wenn die Gabel krum ist, hilft aber auch Improvisation nichts mehr.

Schrauben unter Camping Bedingungen ist beim Road Racing normal, wenn die Gabel krum ist, hilft aber auch Improvisation nichts mehr.

Hauptsache Fahren

Die dritte Station im Kalender führt den IRRC Tross seit 2010 auf die ehemalige Grand Prix Strecke im belgischen Chimay. Dank der achtwöchigen Pause nach dem Rennen in Oss war die R6 zwar wieder fit und hatte sogar schon einen Test beim Rennen um die Goldene Grubenlampe im tschechischen Terlicko absolviert, dem Budget hatte beides aber nicht sonderlich gutgetan. Das Konto drehte rennsportlich im roten Bereich und der Sprit im Bus würde gerade so für den Belgien-Trip reichen. Geld, um die löchrigen Handschuhe zu ersetzen, war keins übrig. Egal, wird schon irgendwie gehen. Hauptsache fahren. Die kleine, elterliche Finanzspritze, die unser PS-Schützling kurz vor dem Wochenende erhielt, gind dann entsprechend auch in die Nenngebühr für den in Chimay ebenfalls ausgetragen BeNe-Cup. Trainingszeit ist wichtiger als neue Klamotten. Um Schlimmeres zu verhindern, gab es dann leihweise die Handschuhe Autors. Die Rennen in Belgien brachten dann mit den Plätzen 12 und 13 endlich auch den ersehnten Aufwärtstrend und fast ein Jahr nach seinem schweren Unfall eine längst überflüssige Portion neuen Selbstvertrauens.

One Man Show - zu einigen Rennen reiste Christian ganz allein. Dank der extrem kollegialen Atmosphäre in der IRRC ist alleine Schrauben aber trotzdem die Ausnahme.

One Man Show – zu einigen Rennen reiste Christian ganz allein. Dank der extrem kollegialen Atmosphäre in der IRRC ist alleine Schrauben aber trotzdem die Ausnahme.

Heimspiel

Das wohl spektakulärste Rennen der Saison findet jedes Jahr im August im tschechischen Hořice statt. Die Veranstaltung trägt den vielsagenden Namen Czech TT und tatsächlich erinnert der Kurs am ehesten an den legendären Snaefell Mountain Course auf der Isle of Man. Die Strecke ist mit 5,15 Kilometern zwar erheblich kürzer und es fehlen die extrem schnellen Passagen, dafür stehen die Fans wie bei der TT in den Vorgärten und die Fahrer pfeilen direkt durch den Ort, vorbei an Briefkästen, Hausecken und Laternenmasten. Das macht die Strecke für Fans, aber natürlich vor allem für die Piloten faszinierend und respekteinflößend zugleich. Darüber hinaus sind die Tschechen absolut Road-Racing-verrückt, was die Atmosphäre hier zu einer ganz besonderen macht. Das beginnt beim offiziellen Empfang der Fahrer durch den Bürgermeister auf dem Marktplatz der Stadt und endet für die Fahrer mit dem inzwischen schon legendären Bier-Boxenstopp in der berüchtigten „Vodojem“ Kurve nach dem letzten Rennen. Kein Wunder also, dass sich Christian hier besonders wohlfühlt. Das liegt aber nicht nur am Freibier. Der anspruchsvolle Kurs ließ schon zu Zweittakt-Zeiten sein Herz höherschlagen und zählt seither zu seinen Lieblingsstrecken. Besonders erstaunlich: weder sein schwerer Unfall an gleicher Stelle im Vorjahr, noch ein Ausrutscher im zweiten Quali konnten ihn bei seiner Rückkehr beeindrucken. Zwei starke Top Ten Plätze sowie 18 Meisterschaftszähler sprechen eine deutliche Sprache.

Straßenrennen und Bier gehören in Tschechien einfach zusammen und Didier Grams konnte sich gleich zweimal freuen: einmal über einen Sieg bei den Superbikes und über ein kühles Blondes nach dem Rennen.

Straßenrennen und Bier gehören in Tschechien einfach zusammen und Didier Grams konnte sich gleich zweimal freuen: einmal über einen Sieg bei den Superbikes und über ein kühles Blondes nach dem Rennen.

Willkommen bei Freunden

Nur wenige Tage nach der Rückkehr aus Hořice hieß es dann schon wieder Sachenpacken, da Ende August bereits das nächste Event anstand. 2016 startete die IRRC das erste Mal im finnischen Imatra, was für die meisten Teams durch die fahrtechnisch ungünstig gelegene Ostsee einen enormen logistischen Aufwand bedeutete. Spätestens hier wäre für Christian und vermutlich auch einen Großteil der anderen IRRC Fahrer finanziell Schluss gewesen. Zusätzliche Kosten von etwa 2000 Euro für die Fähre wollten gestemmt werden, vom enormen Zeitaufwand von fast zwei Wochen ganz zu schweigen. Aber die Altvorderen der Stadt Imatra, in der bis in die 1980er noch Grand Prix Rennen ausgetragen wurden, hatten keine Kosten und Mühen gespart und nicht nur ein perfekt organisiertes Event inklusive TV-Übertragung aus dem Boden gestampft. Sie unterstützten Fahrer und Teams auch mit einem Reisekostenzuschuss.

Und die Mühe sollte sich lohnen. Über 40.000 (!) Besucher kam an die wunderschön gelegene Strecke und boten eine beeindruckende Kulisse, die auch dem abgebrühtesten Pilot Gänsehaut und feuchte Augen bescherte. Wie die meisten Fahrer träumt zwar auch Christian von einem Start bei der legendären Tourist Trophy und arbeitet mit jeder Runde und jedem Rennen auf den Sprung auf die Insel hin, das, was hier geboten wurde, war aber schon Road Racing Atmosphäre vom Feinsten. Die ließ auch Christian nicht kalt. All die Schmerzen und Entbehrungen der letzten 12 Monate, der geopferte Jahresurlaub und die unzähligen Stunden in Garage wurden auf einmal belohnt. Ein unbeschreiblich gutes Gefühl, das ihn auch noch Tage nach der Heimkehr immer wieder einholte. Auf einmal machte alles noch mehr Sinn.

Paradiesische Zustände - 2016 gastierte die IRRC das erste Mal in Imatra. Hier bot die Boxenausfahrt sogar Seeblick.

Paradiesische Zustände – 2016 gastierte die IRRC das erste Mal in Imatra. Hier bot die Boxenausfahrt sogar Seeblick.

International Road Racing  

Das letzte IRRC-Rennen des Jahres findet zwar seit jeher in der sächsischen Provinz statt, die Organisatoren des Frohburger Dreieck Rennens konnten aber bei den Themen Internationalität und Prominenz schon immer noch eine Schippe drauflegen. Hier gingen schon fast alle Mitglieder der legendären Dunlop-Familie an den Start und die hier regelmäßig startenden Gäste von der Insel sorgen für internationalen Flair. Für 2016 hatten sich mit Michael Rutter, Gary Johnson und Danny Webb erneut drei Topstars der Road Racing Szene für das Superbike-Rennen angekündigt. Umringt von Fans und Seite an Seite mit den Stars begann das Wochenende beim Fahrerempfang auf dem Frohburger Marktplatz für unser PS-Fahrer Christian so auch mit einem Highlight. Am Trainingssamstag holte ihn ein Highsider dann aber sprichwörtlich wieder auf den Boden und es hieß wieder Schrauben, statt Autogramme schreiben. Entsprechend mies war die Stimmung. Nach einer Saison mit vielen Höhen und Tiefen sollte das Saisonfinale noch mal ein Höhepunkt werden, die stark lädierte R6 und Probleme mit der Elektronik deuteten aber das Gegenteil an. Und das beim Abschlussrennen und vor dem angereisten Hauptsponsor. Kurzzeitig lagen die Nerven blank.

Wie so oft in der IRRC kam die Hilfe dann aus dem Nachbarzelt und IRRC-Fahrer Stefan „Puude“ Wauter half mit Laptop und einem neuen Mapping für die R6 aus. Im ersten Rennen reichte es aufgrund eines rutschenden Vorderrades zwar trotzdem nur für Platz 17, mit neuen Reifen und ordentlich Wut im Bauch schaffte es Christian dann aber in Lauf zwei nicht nur problemlos, in die Top Ten zu fahren, sondern verpasste den siebten Platz nur um die Nichtigkeit von zwei Zehntelsekunden. Schmiddel war dennoch zufrieden. Der Sponsor auch.

Nach einem Highsider im Training reichte es für Schmiddel nur zu Startplatz 15, im zweiten Lauf gab es dann aber einen starken Platz 8.

Nach einem Highsider im Training reichte es für Schmiddel nur zu Startplatz 15, im zweiten Lauf gab es dann aber einen starken Platz 8.

Hohes Niveau, spektakuläre Strecken, spannende Rennen – die IRRC bietet alles, was die Faszination Road Racing ausmacht und ist inzwischen DIE Nachwuchsschmiede für TT-Aspiranten vom Festland. Kein Wunder also, dass für einen Großteil der Fahrer bereits jetzt feststeht, in welcher Meisterschaft sie im kommenden Jahr antreten werden. Auch für Schmiddel geht es 2017 in der IRRC weiter, es ist aber auch das erste Rennen auf der Insel in Planung. Nein, noch geht es nicht zur TT, aber ein Start beim Southern 100 steht bereits im Kalender.

 

Teurer Spaß

Die Nenngebühr für die IRRC ist mit 1000 Euro für zwölf Rennen zwar günstig und das Preisgeldsystem sehr fair – es gibt Prämien bis zum zehnten Platz bei den Rennen und sogar bis zum 20. im Gesamtklassement – will man aber konkurrenzfähig unterwegs sein, sollte man trotzdem mindestens einen knapp fünfstelligen Betrag für die Saison einrechnen, eigenes Motorrad und komplette Ausrüstung (Schutzkleidung, Werkzeug/Boxenequipment) vorausgesetzt. Wir haben euch anhand der Ausgaben von Christian einmal einen groben Kostenplan zusammengestellt:

 

IRRC Nenngebühr = 1000 Euro

B-Lizenz = 300 Euro

Gaststart BeNe Cup (ca. 200 Euro pro Event) = 600 Euro

2 Verkleidungssätze (ohne Farbe) = 1200 Euro

Reifen (1x Vorne und 2x Hinten pro Event ca. 530 Euro) = 3180 Euro

Transpondermiete (pro Event ca. 20 Euro) = 120 Euro

Verschleißteile (Kette, Ritzel, Bremse, etc.) = 1200 Euro

Sturzteile = 1000 Euro

Sprit Motorrad (ca. 60l pro Event) = 500 Euro

Sprit Auto = 1700 Euro

Subtotal: 10.800 Euro

 

Sonderposten:

Fährkosten Imatra* = 2000 Euro

Ersatzmotor/Tuning = 3500 Euro

Zusätzliche Rennen/Trainings = 1000 Euro

Total: 17.300 Euro

 

(*Da aufgrund der großen Entfernung nicht alle Fahrer nach Finnland gereist sind, werden die Fährkosten gesondert aufgeführt)

 

Kurzportrait: bild-kurzportrait

Name: Christian „Schmiddel“ Schmitz

Alter: 22

Gewicht: 76 kg

Größe: 188 cm

Beruf: Werkzeugmechaniker

Motorrad: Yamaha R6 (Rj. 11)

Startnummer: 104

Lieblingsstrecke: Hořice und Imatra

Erstes Rennen: Fischereihafenrennnen 2012

Größte Erfolge: 2014 Klassik Motorsport Platz 3 in Schleiz (250er) / 2014 Platz 4 Fischereihafenrennnen (250er)

Ziel: IoMTT

 

IRRC Top 5 Gesamtstand 2016:

Supersport:

  1. Marek Červený (CZ / Kawasaki / 265 Pkt.)
  2. Joey den Besten (NL / Yamaha / 226 Pkt.)
  3. Thomas Walther (GER / Kawasaki / 146 Pkt.)
  4. Pierre-Yves Bian (FR / Kawasaki / 139 Pkt.)
  5. Laurent Hoffmann (BE / Kawasaki / 104 Pkt.)

Superbike:

  1. Vincent Lonbois (BE / BMW / 272 Pkt.)
  2. Sebastien le Grelle (BE / BMW / 243 Pkt.)
  3. Didier Grams (GER / BMW / 178 Pkt.)
  4. Johan Fredriks (NL / Kawasaki / 135 Pkt.)
  5. Jochem van den Hoek (NL / Honda / 124 Pkt.)

 

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